Kunst und Kultur

Victor Vasarely

Titelbild: Victor Vasarely, Topaze blanche, 1967, Holz, Sammlung Würth Inv. 2363 © Bildrecht Wien, 2019

Die Würth Handelsges.m.b.H. lädt Sie sehr herzlich zur Ausstellungseröffnung ein!

Wo: Würth Straße 1, 3071 Böheimkirchen

Wann: am 29.4.2019 um 19 Uhr

Begrüßung: Alfred Wurmbrand, Geschäftsführer Würth Österreich

Über die Ausstellung: Elisabeth Kreuzhuber, Art Room Würth Austria

Livemusik: Gesangskapelle Hermann

Kulinarik: Bio Cider von www.bioplatzl.at,Bio Wein von Weingut Amon, Gobelsburg, Fingerfood

Ausstellung: von 30.4.2019 bis 31.3.2020

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung unter artroom@wuerth.at

Victor Vasarely - Druckgrafische Werke aus der Sammlung Würth

Victor Vasarely (1906 – 1997) ist den meisten vor allem als Protagonist der Op Art im Gedächtnis. Die Op Art revolutionierte mit ihrem dynamischen Werkbegriff die Kunstwelt am Ende der 1950er, um vor allem in den 1960er Jahren zu einer dominierenden Strömung zu werden, die bis weit in die Gesellschaft ästhetisch hineinwirkte. Bewegung, Flimmereffekte und optische Täuschungen gehörten zu ihrem Kennzeichen. Zuvorderst verstand sie sich allerdings als Motivator für eine antielitäre Kunstform, die jede Frau und jeden Mann unvermittelt anspricht und deren Wahrnehmung in Gang setzt. Eine Kunst, die auf Beteiligung setzte und sich nicht abgrenzte. Ihre Weihe empfingen Op Art und die mit ihr einhergehende kinetische Kunst 1968 dank der documenta 4 in Kassel. Sie wies beiden eine überragende Rolle zu.

Dabei war der Rückgriff auf optische und mathematisch definierbare Gesetze und Automatismen nur in dem Ausmaß, in dem sich die Vertreter der Op Art darauf beriefen, neu. Zentralperspektive, pyramidale Bildkomposition, Bewegungsmechanismen, Umspringformen, Verzerrungen, die der Betrachter durch die Änderung seines Blickpunktes revidieren kann, finden wir als grundlegende Schemata im Grunde durchgehend in der Kunstgeschichte wieder.

Rudolf Arnheim, Altersgenosse von Vasarely, Medienwissenschaftler, Kunstpsychologe und Mitbegründer der modernen Kunstpädagogik, hat als Erster systematisch die visuellen Künste auf diese Strukturen hin untersucht und dabei das Prinzip der Gestaltpsychologie zugrunde gelegt. Im Rahmen von Op Art und Kinetik haben sich diese Strukturen dann selbstständig gemacht.

Für Vasarely ist die theoretische Begründung der perzeptiven Kunst fester Bestandteil seiner Kunst. Er war der prominenteste Künstler der Bewegung, von dessen Einfluss und Rolle sich heute kaum mehr jemand eine Vorstellung machen kann. „Als ich den Künstler in den 1960er-Jahren kennenlernte“, so berichtet Werner Spies als Zeitzeuge, „pilgerten Gott und die Welt zu ihm ins Atelier nach Annet-sur-Marne. Er feierte unendliche Triumphe. Selbst der Name Picasso begann neben ihm für viele zu verblassen.“

Zeugnis vom Erfolg und der Popularität aber auch von der Mission, die Vasarely verspürte, legten in den 1970er Jahren allein seine Stiftungen ab: Die Fondation Vasarely in Aix-En-Provence, das ehemalige Musée didactique in Gordes sowie die Vasarely Stifung in Pécs, der Geburtsstadt des Künstlers, die seit den 1980er Jahren als Museum fungiert.

Vasarely war persönlich wie professionell eng verbunden mit einer der wichtigsten Adressen im Paris jener Jahre, was die konstruktive Kunst anging: der Galerie Denise René. Denise René hatte nicht nur nach dem Zweiten Weltkrieg die erste Mondrian-Ausstellung in der Stadt organisiert, in der der Begründer des Neoplastizismus lange Jahre verbracht hatte. Sie sorgte vor allem mit der Schau Mouvement (Bewegung) 1955 für ein Manifest kinetischer Kunst. Vasarely und Pontús Hulten, der schwedische Kunsthistoriker, Gründungsdirektor des Moderna Museet in Stockholm sowie Gründungsdirektor des Pariser Centre Georges Pompidou, waren die Kuratoren der Schau.

Denise René spielt auch für die Sammlung Würth eine bedeutende Rolle. Reinhold Würth schätzte ihre Kennerschaft und Loyalität zu ihren Künstlern und verehrte ihre auch heute noch unvergessene Persönlichkeit. Es ist ihrer Überzeugungskraft für die von ihr vertretenen künstlerischen Positionen zu verdanken, dass diese Art der Kunst so fundamental Eingang in die Sammlung fand. Allein von Vasarely sind 24 Arbeiten im Bestand, die das Werk von der Früh- bis in die Spätzeit dokumentieren.

Wenn Vasarely in unserer Ausstellung im Art Room Würth Austria ausschließlich mit druckgrafischen Werken in Erscheinung tritt, ist dies in seinem Sinne folgerichtig. Denn er, dessen Ziel es war, die Kunst der Allgemeinheit besser und einfacher zugänglich zu machen, setzte auf Multiples und Editionen. Hierin zentrierte er seine künstlerische Aussage, so dass die ausgestellten Werke einen perfekten Einblick in Idee und Visualität dieses wichtigen Künstlers des 20. Jahrhunderts zu geben vermag.